: Istantanee I (1995) :
 
Für kreisrunde Äolsharfe (100 cm Dm) im Freien aufgestellt
Dauer var., 45' ca. / Urauff.: Schlosspark Trebnitz (1995)


IstantaneeArpa

Äolsharfe, 1 m Durchmesser mit 4 Bündeln von insgesamt
1200 dünnen Metall-Saiten aus Kupfer, Bronze, Messing, Federstahl

1995, am Ende einer von mir geleiteten "Sommerakademie" nahe der ostpreußischen Grenze, hatte ich die Idee, eine meiner kreisrunden Äolsharfen im Freien aufzustellen, um sie dem Wirken des Windes auszusetzen und das Ergebnis aufzuzeichnen, ohne in irgendeiner Weise einzugreifen, d.h. ohne zu versuchen, den Klangverlauf auch nur im Geringsten zu beeinflussen. Diese akustische Momentaufnahme ("Istantanea" auf Italienisch, daher der Titel in Anlehnung an einen fotografischen Schnappschuss) schließt auch zufällige Geräusche der Umgebung nicht aus (ein bellender Hund, Vogellaute) sowie andere akustische Ereignisse, auf die ich keinen Einfluss hatte, deren Auftreten aber wenn nicht vorherbestimmt, so doch in ihrem potentiellen Zustand herbeigewünscht war: der leichte Rückstoß eines Gummibandes auf den Harfensaiten, der Aufprall eines Käfers, einer Mücke oder eines Grashalms; oder diese eine Saite, die nicht straff genug gespannt ist und immer wieder auf die nächste stößt...

Siehe: ISTANTANEE II und III

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